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Promi-Einbürgerungen in Österreich: Eiltempo-Pässe für Künstler und Sportler
In Österreich wird die Staatsbürgerschaft im Eiltempo an prominente Sportler und Künstler vergeben, während andere, die ebenfalls zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Steuerzahlung beitragen möchten, oft lange auf die Einbürgerung warten müssen. Beispiele wie die Tennis-Spielerin Anastasia Potapova und die Opern-Diva Anna Netrebko zeigen, dass die Kriterien für die Einbürgerung oft zugunsten von Prominenten ausgelegt sind.
„Die Bundesregierung hat einen Kriterienkatalog erarbeitet, der darauf abzielt, wie leistungsfähig das Unternehmen ist, das die betreffende Person führt, ob Arbeitsplätze in einem relevanten Ausmaß geschaffen und Investitionen getätigt werden.“ - Univ.-Prof. Dr. Peter Bußjäger
Die Verleihung der Staatsbürgerschaft kann gemäß § 10 Abs. 6 des Staatsbürgerschaftsgesetzes für Personen erfolgen, die außergewöhnliche Leistungen erbracht haben, die im besonderen Interesse der Republik liegen. Dies betrifft nicht nur Künstler und Sportler, sondern auch Unternehmer, die Arbeitsplätze schaffen und in die österreichische Wirtschaft investieren.
Allerdings wird kritisiert, dass die Kriterien für Unternehmer besonders streng ausgelegt werden, was dazu führt, dass viele ausländische Firmengründer, die ebenfalls zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen könnten, nicht die gleiche Aufmerksamkeit erhalten wie prominente Sportler. Der Verfassungsrechtler Peter Bußjäger äußert Bedenken, dass die Republik dadurch eine Chance verpasst, sich als attraktiver Standort im internationalen Wettbewerb zu positionieren.
Kriterien für die Einbürgerung
| Kriterium | Beschreibung |
|---|---|
| Leistungsfähigkeit des Unternehmens | Wie leistungsfähig das Unternehmen ist, das die betreffende Person führt. |
| Schaffung von Arbeitsplätzen | Ob Arbeitsplätze in einem relevanten Ausmaß geschaffen werden. |
| Investitionen | Ob signifikante Investitionen in die österreichische Wirtschaft getätigt werden. |
Die Bestimmungen sollen sicherstellen, dass nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch nachhaltige Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen im Vordergrund stehen. Dennoch wird darauf hingewiesen, dass die Anwendung dieser Kriterien nicht zu restriktiv sein sollte, um potenzielle Investoren nicht abzuschrecken.
„Es kann natürlich nicht darum gehen, 'goldene Pässe' zu vergeben, also irgendwelche reiche Personen zu begünstigen. Man muss die Bestimmungen mit Augenmaß anwenden.“ - Univ.-Prof. Dr. Peter Bußjäger
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Einbürgerungskriterien in Österreich sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringen. Während prominente Persönlichkeiten schnell die Staatsbürgerschaft erhalten, stehen Unternehmer oft vor Hürden, die ihre Einbürgerung verzögern. Eine ausgewogene Anwendung der Kriterien könnte dazu beitragen, Österreich als attraktiven Standort für Investoren zu positionieren.
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