Millionenschwerer Betrug: Promi-Identitäten für Kryptowährungsbetrug missbraucht
Autor: Mein Star Redaktion
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Kategorie: Neuigkeiten
Zusammenfassung: Ein internationaler Internetbetrug mit gefälschten Promi-Identitäten wurde aufgedeckt, der mindestens 50 Millionen Euro Schaden verursachte; die Ermittlungen dauern an.
Millionenschwerer Internetbetrug mit Promi-Fakes aufgedeckt
Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) und das Bundeskriminalamt (BK) haben in Zusammenarbeit mit albanischen Ermittlern einen internationalen Internetbetrug aufgedeckt, der sich auf mehrere Millionen Euro beläuft. Die Betrüger nutzten gefälschte Identitäten von Prominenten, um ahnungslose Opfer zu Investitionen in Kryptowährungen zu verleiten. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch wurde bekannt gegeben, dass die Ermittlungen aufgrund einer Häufung von Anzeigen in Wien im Juni 2023 eingeleitet wurden.
„Was für Außenstehende belanglos gilt, kann für unsere Ermittlerinnen und Ermittler entscheidend sein“, sagte Reinhard Nosofsky, Leiter des Büros Ermittlungen – Betrug und Wirtschaftskriminalität im BK.
Im Rahmen der Ermittlungen wurden drei Callcenter in Tirana mit insgesamt 450 Arbeitsplätzen ausgehoben. Das größte Callcenter, das 300 Arbeitsplätze umfasste, befand sich in einem Businesstower im Zentrum von Tirana. Bei dem Zugriff am 17. April 2026 waren rund 80 Personen anwesend, die gerade dabei waren, potenzielle Opfer zu Zahlungen zu überreden. Die Ermittler konnten zudem 450 Computer und 238 Mobiltelefone sicherstellen.
Insgesamt wurden zehn Personen festgenommen, während andere auf freiem Fuß angezeigt wurden. Die Ermittlungen richten sich gegen albanische Staatsangehörige im Alter von 25 bis 40 Jahren wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Der Schaden wird auf mindestens 50 Millionen Euro geschätzt, wobei die Ermittler von einem weitaus höheren Betrag ausgehen.
Promis im Visier der Kriminellen
Die Betrüger verwendeten die Identitäten bekannter Persönlichkeiten wie Bundespräsident Alexander Van der Bellen und ORF-Moderatoren, um für ihre betrügerischen Investitionen zu werben. In einem gefälschten Video wurde beispielsweise behauptet, dass eine Zahlung von 250 Euro zu einem monatlichen Auszahlungsbetrag von 250.000 Euro führen würde. Auch andere prominente Persönlichkeiten wie Ex-Bundeskanzler Karl Nehammer und Fußballprofi David Alaba wurden in den Fake-Videos gezeigt.
Die Betrugsopfer stammen größtenteils aus Europa, insbesondere aus Österreich, Deutschland, Italien, Griechenland, Spanien, Großbritannien und Kanada. In Österreich gab es rund 150 Opfer mit einem Gesamtschaden von 26 Millionen Euro. Einige Opfer investierten sogar ihre gesamten Ersparnisse, während andere durch falsche Rechtsanwaltskanzleien zur Zahlung eines Honorars gedrängt wurden, um ihr angeblich eingefrorenes Investment zurückzubekommen.
Schnell wachsender Kriminalitätsbereich
Der Anlagebetrug mit unrealistischen Versprechungen gilt als der am schnellsten wachsende Kriminalitätsbereich in Europa. Sebastian Bley, Leiter des Serious Fraud-Teams des European Financial & Economic Crime Centre (EFECC) bei Europol, betonte, dass die Zunahme auf die Professionalisierung und Arbeitsteilung der Täter zurückzuführen sei. Diese Täter nutzen Social Media, um potenzielle Opfer zu erreichen und sie auf gefälschte Landing Pages zu leiten, wo sie ihre persönlichen Daten eingeben.
„Tendenz weiter steigend“, warnte Bley über die wachsende Bedrohung durch solche Betrugsmaschen.
Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, und die Behörden arbeiten daran, die umfangreichen Daten und Beweise auszuwerten, die bei den Durchsuchungen sichergestellt wurden. Die Aufklärung solcher Betrugsfälle bleibt eine zentrale Herausforderung für die Sicherheitsbehörden in Europa.
Zusammenfassung: Ein internationaler Internetbetrug mit Promi-Fakes wurde aufgedeckt, bei dem ein Schaden von mindestens 50 Millionen Euro entstanden ist. Die Täter nutzten gefälschte Identitäten bekannter Persönlichkeiten, um ahnungslose Investoren zu täuschen. Die Ermittlungen sind noch im Gange, und die Behörden warnen vor der wachsenden Bedrohung durch solche Betrugsmaschen.
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